Alle Beiträge von Thomas Holthöfer

07 Dez 2017

Edge Computer MICA® für drahtlose Sensor-Netzwerke

MICA Wireless Sensor Network

Gemeinsam mit Arrow Electronics wurde die MICA Wireless Sensor Networks (WSN) entwickelt, um drahtlose Sensoren einzubinden. Arrow Electronics entwickelte dazu ein Funktionsmodul, das über verschiedene Funkprotokolle wie DUST/SmartmeshIP, Zigbee, BLE, Sub-GHz und LoRa mit Sensoren kommuniziert.

Via SmartMESH IP (DUST) / Bluetooth Low Energy und einen XBee Steckplatz besteht die Möglichkeit, unabhängig von der bestehenden Maschinensteuerung über die HARTING MICA® drahtlos Sensordaten zu erfassen und weiter zu verarbeiten.

Diese Protokolle wurden gewählt, um Anbietern von drahtloser Sensortechnologie verschiedene Möglichkeiten zu geben, ihre Sensoren direkt oder über Sensorknoten an der HARTING MICA® anzubinden. Die Kombination von drahtlosen Sensoren und MICA® erlaubt es, einfach und kosteneffizient alte Bestandsanlagen zu überwachen (Condition Monitoring). Betriebszeiten, Temperaturen und verschiedenste Umgebungsparameter können ohne Kosten für Kabel, Netzwerk und teure Industriesensoren so ermittelt und überwacht werden. Insbesondere SmartmeshIP eignet sich für raue Umgebungsbedingungen, wie sie in industriellen Anwendungen vorkommen. Es wurde explizit entwickelt mit einem Fokus auf maximale Robustheit.

Passend dazu bietet Arrow ein großes Portfolio passender Sensoren mit Low Power Wireless Technologie. Beispielweise können mit SmartmeshIP basierten Sensor Nodes von Vicotee unterschiedlichste Sensoren eingebunden werden. Darüber hinaus bietet Arrow verschiedene Cloud Plattformen und das IoT Device Management „Arrow Connect“.

Arrow Electronics ist Mitglied im MICA.network. Durch diese Netzwerkpartnerschaft können IIoT-Anwendungen schnell und einfach umgesetzt werden. Spezialisierte Partner sind im Netzwerk vereint, um mit ihrer Expertise in IIoT Projekte zu unterstützen.

15 Nov 2017

RAMI 4.0 Verwaltungsschale bindet Bestandsanlagen an Industrie 4.0

RAMI 4.0 Verwaltungsschale zur Integration von alten Maschinenprotokollen

Viele Maschinen haben eine Lebensdauer von 15 bis über 30 Jahren. Daher hat ein großer Teil der existierenden Maschinenparks nicht die IT-Ausstattung, um die relevanten Daten zu erfassen, zu speichern, oder zu kommunizieren. Die MICA® basierte Verwaltungsschale macht eine problemlose Anbindung von Bestandsanlagen an Industrie-4.0-Systeme möglich.

In vielen Fällen benutzen ältere Maschinen auch Datenformate und Protokolle aus den 80er und 90er Jahren, die nicht mehr von modernen SPSen und PCs verwendet werden. Dadurch ist eine Virtualisierung auf der Steuerung weder ökonomisch sinnvoll, noch unter Gesichtspunkten der Betriebssicherheit wünschenswert.

Als Lösung werden in der HARTING Fertigung Spritzgussmaschinen mit Euromap 15, einem in den späten 80er Jahren entwickelten Protokoll, durch eine MICA® basierte Verwaltungsschale eingebunden und sind dann wie ein modernes Gerät über OPC-UA nutzbar. Dieses Vorgehen lässt sich auf viele andere Maschinen und Anlagen mit anderen Protokollen anwenden.

MICA basierte Verwaltungsschale gemäß RAMI 4.0

Durch die MICA® basierte Verwaltungsschale gemäß RAMI 4.0 können Betriebsparameter ausgelesen, Produktionspläne online auf die Maschine geladen, und Daten kontinuierlich erfasst und gespeichert werden. Diese stehen dann für Prozessoptimierung, vorrausschauende Wartung oder Produktverbesserung zur Verfügung. Durch das modulare Open Source Design der MICA®konnte auf Open Source Code zugegriffen werden, was die Entwicklungszeit stark reduzierte. Die Modularität und die Nutzung eines intermediären JSON Format ermöglicht es, andere Altsystem- und Backendprotokolle einzubinden, indem nur die Protokoll-Container ersetzt werden – zum Beispiel MQTT zu IBM Bluemix oder Microsoft Azure.

10 Nov 2017

MICA auf dem IoT Solutions World Congress in Barcelona

Davon hätte jede Sekretärin um die Jahrhundertwende geträumt: Eine Maschine, die die Anzahl der Anschläge auf der Schreibmaschine misst. Was damals Technik ‚State-of-the-Art‘ war, ist heute genau das richtige Stück Maschinengeschichte, um die Digital Retrofit-Anwendung mit MICA auf dem weltweit wichtigsten IIoT Event vorzustellen.

Die Anwendung, die eine historische Schreibmaschine über einen Sensor mit der MICA und damit mit der IoT-Welt verbindet, war eines der Eye-Catcher auf dem HARTING Stand auf dem IoT World Congress in Barcelona vom 3. – 5. Oktober 2017. „Die Schreibmaschine ist ein schönes Beispiel dafür, dass jede Maschine auf dem Planeten mit MICA mit dem IoT verbunden werden kann“, so Dr. Jan Regtmeier, Director Product Management bei der HARTING IT Software Development. Neben der Vorstellung dieser und weiterer Anwendungen – wie der Verbindung verschiedener SPS mit der MICA  – hatte Regtmeier die Ehre als einer der Speaker auf dem Kongress die Vorteile des Digitalen Retrofits mit MICA zu präsentieren.

Der IoT Solutions World Congress ist mit 13.000 Besuchern aus 114 Ländern eines der wichtigsten IoT Events. Wachstumsraten der Besucherzahlen von jährlich 30% zeigen die dynamische Entwicklung und steigende Bedeutung des Kongresses und der IoT Branche insgesamt.

19 Okt 2017

Infotecs zeigte Verschlüsselung für E-Auto-Lade-Infrastrukturen auf der it-sa

Der internationale Cyber Security und Threat Intelligence Anbieter Infotecs präsentierte auf der führenden IT-Sicherheitsmesse it-sa in Nürnberg verschiedene innovative Security-Lösungen, darunter die verschlüsselte Datenübertragung für von Drohnen aufgenommene IP-Videos sowie die Absicherung des Daten-Traffics von E-Mobility-Ladesäulen.

Auch in diesem Jahr brach die it-sa – Die IT-Security Messe und Kongress – wieder alle Rekorde und zeigt damit, welche essentielle Bedeutung der Schutz vor internen und externen Cyber-Angriffen für Unternehmen weltweit hat. Die it-sa hat sich als führende IT-Sicherheitsmesse in Europa etabliert und gilt auch weltweit als eine der wichtigsten Security-Fachmessen. Vom 10. bis 12. Oktober 2017 besuchten über 12.780 Fachexperten und Interessierte (2016: 10.181 Besucher) die Messestände der 630 internationalen Aussteller (2016: 489).

Live-Videodatenübertragung über LTE 4G verschlüsseln

Infotecs zeigte in Halle 9 am Messestand 210 die neuesten Lösungen der ViPNet Security und Threat Intelligence Platform. Als Eyecatcher platzierten die Security-Experten zwei innovative Showcases für die Verschlüsselung von sensiblen Daten. Vor allem die Live-Drohnen-Videoverschlüsselung, die zusammen mit dem Drohnenhersteller www.lech-tec.de GbR entwickelt wurde, zog die Blicke der Fachbesucher auf sich. Infotecs kann die Live-Videodatenübertragung über LTE 4G zwischen einer Drohne und einer Bodenstation verschlüsseln. Dabei erfolgt die Videoverschlüsselung Ende-zu-Ende über das AES-256-Verschlüsselungsverfahren. Ein unberechtigtes Abgreifen der Videobilder und Publizieren über die sozialen Medien wird dadurch verhindert. Die ViPNet IT-Sicherheitslösungen gelten als hochsicher (Military Grade), weil die Technologie ein symmetrisches Schlüsselmanagement verwendet. Man-in-the-Middle-Angriffe sind dadurch ausgeschlossen.

Security-Gateway für E-Auto-Ladesäulen

Als weiteren Showcase präsentierte das Team von Infotecs eine integrierte Security-Lösung aus dem Bereich E-Mobility. Dabei führten die IT-Sicherheitsspezialisten vor, wie die Ladeinfrastruktur eines E-Chargers gegen Cyber-Attacken abgesichert werden kann. Infotecs arbeitet dabei mit den Unternehmen Parkstrom GmbH, Anbieter von E-Auto-Ladeinfrastrukturen, und dem Technologieunternehmen HARTING Deutschland GmbH & Co. KG zusammen. Basierend auf der MICA-Plattform von Harting bietet Infotecs ein in die Ladesäulen integriertes Security-Gateway, welches die Authentisierungsprozesse und die Datenübertragung auf der gesamten Strecke bis zum Backend-System absichert und somit das unbefugte Auslesen bzw. die Manipulation der Daten verhindert.

„Unsere Lösung für die Abwehr von Cyber-Angriffen auf kritische Infrastrukturen sowie die verschlüsselte Videoübertragung von Drohnen, welche vor allem für Spezialeinsatzkräfte bedeutsam ist, stießen auf großes Interesse bei den Messebesuchern“, erklärt Josef Waclaw, CEO der Infotecs GmbH. „Mit unserer Military Grade Software Defined VPN-Verschlüsselungstechnologie, die auf symmetrischen Schlüsseln basiert, haben wir entscheidende Vorteile gegenüber unseren Mitbewerbern.“

16 Okt 2017

On-Demand-Webinar: ASSET TRACKING

On-Demand-Webinar zum Thema Asset Tracking IoT für alles

Auf dem MICA.network EXPERT DAY am 21.09.2017 in Minden präsentierten Experten aus dem MICA.network geeignete Technologien, Lösungen und Anwendungsbeispiele rund um das Themengebiet Asset Tracking: Die digitale Integration von allen möglichen Gegenständen – was übrigens auch Personen in Industriebetrieben oder Krankenhäusern sein können. Die über 50 Teilnehmer lernten die Anwendungsmöglichkeiten der MICA mit verfügbaren Technologien wie NB-IoT, Beacons, LoRa und RFID und die damit verbundene Integration in IT-Systeme zu verstehen.

Bei einer anschließenden Werksführung konnten sich die Teilnehmer zudem davon überzeugen, wie HARTING RFID für eigene Prozesse im Bereich eKanban und Werkzeugerkennung nutzt. Das überaus positive Feedback bei allen Gästen und Referenten ermutigt uns, das Konzept dieser Experten-Tage rund um MICA-Anwendungen weiter ausbauen.

Die spannenden und professionellen Vorträge wurden zudem per Video aufgezeichnet und sind hier als kostenfreies On-Demand-Webinar verfügbar.

01 Sep 2017

Neue MICA Varianten: Mehr Power, Mobilfunk und Video-Schnittstelle

MICA Wireless

Die HARTING MICA® Produktfamilie ist um neue Modelle gewachsen, die aus der Anwendungspraxis und auf Anregungen aus dem Kundenkreis entwickelt wurden. Neben den bestehenden MICA Varianten Basic, USB, Industrial Ethernet (EtherCAT, Profinet, Ethernet/IP) und RFID stehen weitere Varianten in den Startlöchern.

Mit einem dual-core ARM9 Prozessor, vier GB RAM, und 16GB eMMC, bietet die MICA 2 die 3-5fache Rechenleistung der MICA Basic. Sie ist geeignet für anspruchsvolle Aufgaben der Datenerfassung, Speicherung, und Vorverarbeitung.

Die MICA Wireless kombiniert die Rechenleistung der MICA 2 mit integrierter drahtloser Kommunikation einschließlich 2G/3G/4G, WLAN 802.11a/b/g/n, Bluetooth 4.0 und Glonass (Pendant zu GPS). Die integrierte eSIM von Emnify erlaubt den Betrieb und Providerwahl in über 120 Ländern. Durch die Integration der Wireless Funktionalität auf der Versorgungsplatine kann diese auch mit Funktionsplatinen, z.B. Industrial Ethernet-Schnittstellen kombiniert werden.

Diese MICA Terminal bietet mit USB und mini DVI Anschlüssen eine robuste Lösung für Kioske, Touch Panels oder die Nachrüstung von HCI an Maschinen. Die integrierte Software erlaubt sowohl das Erstellen von browserbasierten Lösungen, als auch die Entwicklung von Lösungen mit QT.

Für OEMs und Kunden, die eigene Lösungen erstellen wollen, bietet HARTING nun auch MICA® Bausätze an, die mit eigenen Funktionsplatinen ausgerüstet und montiert werden können. 3D und Layout Daten zur Entwicklung stehen kostenlos auf www.harting-mica.com/dokumentation zur Verfügung.

01 Sep 2017

Industrial Internet of Things versus M2M – Was sind die Unterschiede?

Automatischer Informationsaustausch zwischen Maschinen, Anlagen und anderen Entitäten, ungeplante Ausfallzeiten reduzieren, Verbesserung des Servicemanagements. Alles Disziplinen, die sowohl M2M als auch IoT für sich beanspruchen. Wo liegen die Unterschiede?

Machine-to-Machine: Proprietäre Punkt-zu-Punkt Kommunikation

Die klassische Machine-to-Machine Kommunikation, kurz M2M, ist bei Industrie-Anwendungen fest etabliert. M2M-Anwendungen bestehen in der Regel aus Micro-Controllern eingebettet in einer Maschine, die über Mobilfunk- oder kabelgebundene Netzwerke direkt mit anderen Geräten oder einer Leitstelle kommunizieren. Sender/Empfänger müssen hierzu in der gleichen—oft proprietären oder herstellerspezifischen–Protokollsprache kommunizieren. Durch M2M Kommunikation werden unter anderem Prozess-Automatisierung oder Remote-Anwendungen, also der Fernzugriff auf Maschinen, ermöglicht.

Industrial Internet of Things: Internet-basierte Vernetzung unterschiedlichster Geräte

In einem Industrial Internet of Things (IIoT) werden prinzipiell die gleichen Geräte/Anlagen/Maschinen vernetzt. Darüber hinaus werden aber auch einfache Sensoren sowie preiswerte Geräte oder auch alte Teilnehmer mit eingebunden, die kein eigenes M2M Hardwaremodul besitzen. An dessen Stelle kommen IoT Gateways wie die MICA® von HARTING zum Einsatz, die die Schnittstelle zwischen diversen Endgeräten, Protokollen und dem Internet herstellen. Der Datentransfer bei IoT-Anwendungen ist zudem grundsätzlich Internet- und damit IP-basiert, was bei M2M nicht notwendigerweise der Fall ist. Inhärent ist zudem die Nutzung von Cloud-Computing. Dabei managen IoT-Plattformen wie Cumulocity oder Distrix zentral die Vernetzung zahlreicher und unterschiedlichster Geräte. Die Cloud-basierte Architektur macht IoT im Vergleich zu M2M besser skalierbar. Eine nachträgliche Erweiterung um diverse Teilnehmer als auch weiterführende Anwendungen sind jederzeit möglich. Im Gegensatz dazu versteht sich M2M eher als proprietäre Punkt-zu-Punkt Kommunikation im Rahmen einer spezifischen Anwendung.

Großes Potential für IIoT Anwendungen

Durch die Nutzung von Internet-Technologien und der Big-Data-Fähigkeiten der Cloud wird IIoT ein größeres Potenzial gegenüber M2M zugeschrieben: Neben der großen Vielfalt und Flexibilität seitens der Endgeräte können insbesondere durch das Cloud-Computing die geernteten Daten viel besser für Unternehmenszwecke nutzbar gemacht werden. Big Data Analyse und universelle Visualisierungsfunktionen ermöglichen es, Daten und -Analysen überall zur Verfügung zu stellen, auch auf mobilen Geräten. Die Kombination dieser Attribute erhöht die Sichtbarkeit der IoT-Lösungen und schafft Aufmerksamkeit für strategische Entscheidungen. M2M Lösungen werden eher auf operativer Abteilungsebene genutzt.

Die Grenzen zwischen M2M und IoT schwinden

Bereits jetzt ist ein Zusammenwachsen beider Disziplinen zu erkennen. Die Begriffe M2M und IoT sind vielerorts ein Synonym geworden. Eine klare Differenzierung hält nicht immer stand. Vor allem M2M Anbieter mit traditionell starken Kompetenzen im Bereich Embedded-Hardware und mobiler Telekommunikation fangen an, Cloud Funktion ihrem Leistungsportfolio hinzuzufügen. Die Entwicklung in Richtung IP-basierter Kommunikation eröffnet M2M zudem neue Dimensionen, da sich so viele Teilnehmer deutlich einfacher verwalten lassen. Mit einem MICA® IoT Gateway beispielsweise können mehrere lokale Endgeräte über je einen eigenen Software-Container und damit mit einer eigenen IP-Adresse gemanagt werden. Diese smarte Art der Virtualisierung auf Feldebene ist mit klassischen M2M Embedded Devices nicht möglich. Ebenso lässt sich die Kommunikation spezifischer Feldbus-Protokolle mit standardisierten – IoT interpretierbaren – Protokollen wie OPC UA  mittels Software-Container mit geringem Aufwand realisieren. MICA® unterstützt damit sowohl proprietäre Punkt-zu-Punkt Kommunikation als auch den offenen, standardisierten Ansatz einer IoT Plattform.

M2M Erweiterungen als IoT abbilden

Es gibt auch Situationen, in denen der parallele Betrieb von M2M Anwendungen und IoT Anwendungen Sinn macht. Zum Beispiel, wenn bei einer bestehenden M2M Lösung nachträglich neue Daten gesammelt oder Anwendungen ergänzt werden sollen. Das Produktivnetz wollen viele Anwender, wenn es einmal steht, nicht mehr anfassen (Never Touch a Running System). Auch sind zusätzliche Sensoren oftmals nicht hinzuzufügen, ohne weitere M2M Module oder SPSen einzubauen. Da macht es mehr Sinn, mit einem IoT Gateway wie MICA® die neue Anwendung ganz gemütlich über ein zweites Netzwerk abzuwickeln.

01 Jun 2017

MICA und IBM Watson IoT: Energieverbrauch unter Kontrolle

HARTING bietet mit der MICA® eine Lösung an, um Daten im direkten Umfeld von Maschinen und Anlagen zwischenzuspeichern, auszuwerten und zu verarbeiten. Aber auch der Transfer großer, über längere Zeiträume gesammelter Datenmengen in die Cloud ist damit möglich. Seit einigen Monaten arbeitet die HARTING Technologiegruppe eng mit IBM zusammen. Im Rahmen der Zusammenarbeit entstand beispielsweise ein Projekt zur Erfassung des Energieverbrauchs von Spritzgussmaschinen. Die Daten werden in der IBM Bluemix Innovationsplattform erfasst und mit der IBM Watson Technologie zu wertvollen Informationen zu verwandelt.

„Die Zusammenarbeit mit IBM hat den Vorteil, dass die Daten sofort in der Cloud zuverlässig und rasch verarbeitet werden können. Zudem ist die Cloud-Lösung kostengünstig, da keine Investitionskosten für eine umfangreiche Server-Infrastruktur anfallen“, erklärt Dr. Jan Regtmeier, Director Product Management, HARTING IT Software Development. So hat HARTING den Energieverbrauch der Maschinen jederzeit unter Kontrolle.

Anwendung als Showcase im IBM Watson IoT Center

Die Spritzgussmaschinen verschiedenen Fabrikats und Alters in einem HARTING Werk sind mit der MICA® an IBM Watson IoT Platform angeschlossen. „Dank der modularen und offenen MICA® Architektur ist es einfach, Maschinen an leistungsfähige Cloud-Lösungen anzubinden“, erläutert Dr. Jan Regtmeier. Seit Beginn der Zusammenarbeit mit IBM wurden mehrere Hundert Gigabyte an Daten zur Analyse erfasst und visualisiert. Seit Mitte Februar 2017 ist die Anwendung auch als Showcase im IBM Watson IoT Center in München zu besichtigen.  

Energiemanagement mit MICA® auch in rauen Umgebungen

Die MICA® ist aber nicht nur zur Erfassung des Energieverbrauchs für Bestandsmaschinen in der Produktion geeignet, sondern auch für das Energiemanagement in rauen Umgebungen. Das Unternehmen EPS ENERGY mit Sitz in Pforzheim bietet mit „better solutions by enerchart“ eine Lösung mit allen modernen Features, wie beispielsweise Dashboards oder Heat-Maps, um die vom Gesetzgeber vorgegebenen Rahmenbedingungen (Energie-Management nach EN 50001) zu erfüllen. EPS ENERGY hat sich daher als Anbieter ganzheitlicher Systemlösungen im Bereich Energiemanagement speziell nach EN 50001 im Markt positioniert. „Für raue Industrieumgebungen ist die MICA®Energy ideal geeignet. Bei unserer Lösung fungiert sie als Datenkonzentrator. Sie unterstützt Stromzähler und Drucksensoren bei der Erfassung aller relevanter Daten“, sagt Holger Heidenblut, Leiter Produkt- und Projektmanagement bei EPS ENERGY.

29 Mai 2017

Digital Retrofit: Wie alte Maschinen in die IT-Welt kommen

Retrofitting ist in der Industrie seit jeher ein probates Mittel, um die Nutzungsdauer von Bestandsanlagen zu verlängern. Bisher wurde Retrofit oder Aktionierung eher mit mechanischer Ertüchtigung in Verbindung gebracht. Mit Industrie 4.0 jedoch gewinnt die Nachrüstung von Maschinen und Anlagen einen neuen Schwerpunkt auf Digitalisierung.

Moderne Anforderungen mit Industrie 4.0 Bezug stellen Betriebsleiter häufig vor ein Dilemma: OEE Kennzahlenermittlung, Zustandsüberwachung, vorausschauende Wartung oder Fertigungsoptimierung machen nur wirklich unter Einbeziehung des gesamten Maschinenparks Sinn. Gleichzeitig lassen sich auf den ersten Blick nicht alle Maschinen und Anlagen ohne weiteres an IT-Systeme anbinden. Dabei muss es sich nicht nur um autarke Anlagen handeln, die wenig bis gar nicht automatisiert sind. Proprietäre oder veraltete Feldbus-Protokolle können eine weitere Hürde für Digitalisierungsprojekte sein. Wie das schwächste Glied einer (digitalen) Kette können solche Maschinen und Anlagen Wünsche nach einer annähernd „smarten Factory“ schon im Ansatz zunichte machen.

Ersatzbeschaffung oder Retrofit?

Nahe liegend wäre eine Ersatzbeschaffung. Selbst wenn das betroffene Anlagevermögen im betriebswirtschaftlichen Sinne bereits abgeschrieben ist, spielen bei der Entscheidung für eine Ersatzbeschaffung natürlich viele Faktoren eine Rolle, wie

  • Allgemeinzustand der Anlage,
  • voraussichtliche/gewünschte Restnutzungsdauer,
  • Systemrelevanz,
  • Anteil am Wertschöpfungsprozess sowie
  • Produktionskapazität und –Qualität.

Wie so oft sind Investitionskosten einer der entscheidenden Faktoren für oder wider eine Ersatzbeschaffung. Was bei einzelnen Maschinen noch vertretbar wäre, macht bei der Hälfte des Gesamt-Anlagenbestand keinen Sinn.

Ist nur ein Industrie 4.0 Konzept der Hintergrund, ist ein Digital-Retrofit in jedem Fall kostengünstiger und mit weniger Risiko verbunden.

Digital-Retrofitting geht immer

Die wichtigste Erkenntnis zuerst: Ein digitaler Retrofit ist immer möglich, ob es sich nun um eine 100 Jahre alte Dampfmaschine oder eine zehn Jahre alte Fräsmaschine handelt. Der Aufwand und die Herangehensweise sind natürlich unterschiedlich, z.B. inwieweit neue Sensorik an die Maschine installiert werden muss oder ob bestehende Datenquellen genutzt werden können. Wichtig ist, dass neue Digital-Technik nichtinvasiv für die bestehende Steuerungstechnik ist. Dadurch bleiben programmierte Abläufe unangetastet und Risiko sowie Aufwand sind deutlich geringer. „Never change a running system“ ist ein gängiges Credo auch bei SPS-Programmierern, die nicht selten Herzrasen bekommen, werden „Cloud“ und „SPS“ in einem Satz genannt.

Die Vorteile von OPC UA als Austauschformat

Die Steuerung wird also nicht mit neuen Funktionen umgeschrieben, sondern wird als Datenquelle „angezapft“. Über Schnittstellen können die Daten mit ergänzender Hardware, die idealerweise verschiedenste Protokolle interpretieren können, abgegriffen werden. Denn selbst innerhalb eines Betriebes sind verschiedene Automatisierungs-Protokolle keine Seltenheit. Protokoll-Gateways wie die MICA von HARTING bieten hierfür geeignete Konnektivität und können gesammelte Daten nahezu jeglicher Herkunft in intermediäre Formate wie JSON oder OPC UA übersetzen. Insbesondere das offene Austauschformat OPC UA bietet viele Vorteile; das M2M-Kommunikationsprotokoll hat sich mittlerweile als Standard etabliert und erfährt breite Unterstützung durch Branchenverbände wie dem VDMA und Cloud-Diensten wie Microsoft Azure.

Condition Monitoring von der Dampfmaschine bis zum 3D Drucker

Von Industrie 1.0 zu Industrie 4.0 mit MICA als IoT Gateway
Der Zustand einer Dampfmaschine wird mittels Sensoren, MICA und mobilem Dashboard überwacht.

Ist keine Steuerungstechnik verfügbar, können Messwerte mittels neu installierter Sensoren Auskunft über den Zustand der Maschine geben. Bei dem Beispiel der Dampfmaschine könnten das z.B. Kesseldruck und Temperatur sein. Mutmaßlich gibt es diese Messwerte schon so lange wie es Dampfmaschinen gibt, anhand Thermometer und Manometer. Und auch eine Zustandsüberwachung gab es seit den ersten Tagen: Wenn die ersten Nieten aus dem Kessel fliegen, ist der Druck zu hoch, wusste der erfahrende Maschinenführer.

Und genau hier liegt der Vorteil des digitalen Retrofits: Die Performance des gesamten Maschinenparks, unabhängig von Alter, Herkunft und Protokollsprache, wenn überhaupt vorhanden, lässt sich einheitlich visualisieren, analysieren und bewerten. Das heißt, Betriebsleiter können praktisch von überall alle Maschinen und Anlagen in einer Produktionseinheit mit ein und denselben Dashboards und Kennzahlen überwachen und analysieren. Eine eindrucksvoller Show Case gelang Timo Seggelmann von SALT AND PEPPER Software auf der Hannover Messe 2017. Das unter anderem auf digitalen Retrofit spezialisierte Unternehmen präsentierte, wie ein 3D-Drucker und eben jene Dampfmaschine im gleichen Dashboard überwacht werden können. In beiden Fällen diente MICA als lokaler Datensammler und Gateway zum zentralen IT-System.

23 Mai 2017

MICA.network Partnertreffen 2017

Wir freuen uns immer noch über die großartige Resonanz zum MICA.network Treffen am Abend des ersten Hannover Messe Tages. Tolle Gespräche, leckeres Essen und über 70 nette Gesprächspartner haben den richtigen Start für eine erfolgreiche Messe gelegt. Viele haben die Gelegenheit genutzt um sich untereinander auszutauschen, alte Beziehungen wieder aufleben zu lassen und neue Kontakte aufzubauen. Die richtigen Worte fand Special Guest und Technologieanalyst Ulrich Sendler, der in einer kurzweiligen Dinner-Speech die Geschichte der Industrialisierung und Digitalisierung gekonnt mit der Demokratie zu verbinden wusste.